Bio-Newcomer 2026

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Finalist:innen Kategorie "Landwirtschaft"

Biobauernhof Loidl

Familie Loidl, Kaindorf
Loidl-Familie Loidl_ Mutter Maria_Vater Fritz_Tobias und Freundin Kathi
© BIO AUSTRIA Steiermark

Manche Entscheidungen trifft man selbst. Andere werden für einen getroffen – durch die Eltern, durch die Kindheit, durch den Hof, auf dem man aufgewachsen ist. Bei Tobias „Tobi“ Loidl ist es ein bisschen von allem. Aufgewachsen zwischen Obstbäumen, Getreidefeldern und auf einem Direktvermarktungsbetrieb, der bereits in seiner Kindheit biologisch bewirtschaftet wurde, war für ihn früh klar: Er macht weiter und bringt seine eigenen Ideen ein.

Den Grundstein haben seine Eltern Maria und Fritz gelegt, die bereits Anfang der 1980er-Jahre auf biologische Bewirtschaftung umstellten – zu einer Zeit, in der das im Obstbau noch kaum Thema war. Seither gilt: keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel, stattdessen Kreislaufdenken, gesunde Böden, eigener Dünger und eine bewusste Sortenwahl.

30 Apfelsorten und kein Hagelnetz

Rund 22 Hektar inklusive Wald bewirtschaftet Tobi heute. Das Herzstück ist der Bio-Obstbau: Über 30 Apfelsorten, Pfirsiche, Brombeeren und Holunder wachsen rund um den Hof. Was geerntet wird, wird entweder als Frischobst verkauft oder zu Säften, Essigen, Cider, Edelbränden oder Holunderblütensirup weiterverarbeitet. Dazu kommen Brot aus eigenem Getreide, Mehl und Haferflocken. Zehn Saftsorten, sechs Essige – die Palette ist beachtlich für einen Betrieb, den eine einzige Familie stemmt.

Apfel ist nicht gleich Apfel – das merkt man schnell, wenn man mit Tobi durch die Obstanlage spaziert. Er probiert gerne Neues aus und sucht gezielt nach Sorten, die besonders krankheitsresistent sind und gleichzeitig geschmacklich überzeugen.

„Im Bio-Obstbau entscheidet sich vieles schon bei der Pflanzung. Wer robuste Sorten wählt und den Boden stärkt, muss später viel weniger eingreifen – dann funktioniert das Arbeiten mit der Natur, nicht gegen sie“, Tobias Loidl, Bio-Obstbauer

Das ist im Bio-Obstbau besonders wichtig, denn gesunde Böden und vitale Bäume sind die beste Vorsorge. Überraschend einig sind sich Tobi und Freundin Kathi, wenn es um die Lieblingsapfelsorte geht: „Karneval“ lautet das gemeinsame Urteil – auch wenn die Gründe unterschiedlich sind. Tobi schätzt Lagerfähigkeit und Geschmack, Kathi begeistert die Kombination aus süß-säuerlichem Aroma und auffälliger Optik.

Bio(diversität) in der Obstanlage

Was den Hof besonders macht, zeigt sich oft im Detail: Ein Streifen höherer Pflanzen bleibt bewusst stehen, damit Insekten Nahrung finden. Der Boden ist nie kahl, sondern ganzjährig begrünt. Auf den Ackerflächen wird ein Wintererbsen-Getreide-Gemenge angebaut und später zwischen den Obstbäumen ausgebracht: Die Knöllchenbakterien der Erbsen binden Luftstickstoff für die Bäume, das Getreide sorgt für schnellen Bewuchs und eine gute Durchwurzelung.

Und selbst bei schwierigen Entscheidungen bleibt Tobi konsequent – etwa beim Verzicht auf Hagelnetze aus Kunststoff, um Ressourcen zu schonen, auch wenn das Risiko steigt. Doch für ihn ist klar: Hagelnetze verursachen über die Jahre Plastikmüll und tragen zur Mikroplastikbelastung bei.

Obst, das optisch nicht für den Frischverkauf passt, wird weiterverarbeitet – zu Saft, Essig oder Edelbrand. Was nicht mehr verwertbar ist, kommt auf den Kompost und dient als Nährstoff für junge Bäume. Kreislauf statt Abfall. Dieser Ansatz braucht auch Erklärung. Daher überrascht es nicht, dass die Direktvermarktung der wichtigste Absatzweg des Betriebs ist.

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